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Stundensatz-Rechner für Freelancer

Berechne deinen Mindest- und Ziel-Stundensatz — inkl. Krankenversicherung, Steuern, Altersvorsorge und Vergleich mit dem Marktdurchschnitt deiner Branche.

💰Gewünschtes Netto-Einkommen
Netto-Einkommen pro Monat
Was du nach Steuern & Abgaben auf dem Konto haben möchtest
3.500
1.00012.000
📅Arbeitszeit & Verfügbarkeit
Urlaubstage pro Jahr
Gesetzlich: 20 Tage (5-Tage-Woche). Empfehlung: 25–30
25 Tage
10 Tage40 Tage
Rückstellung für Krankheit
Freelancer bekommen kein Krankengeld — im Schnitt 10 Tage/Jahr einplanen
10 Tage
0 Tage30 Tage
Feiertage pro Jahr
Variiert je Bundesland: Bayern ~13, NRW/Berlin ~9 (Durchschnitt: 11)
11 Tage
8 Tage15 Tage
Arbeitsstunden pro Tag
8 h
4 h10 h
Auslastung (abrechenbare Zeit)
Typisch: 65–75 %. Rest geht für Akquise, Verwaltung, Weiterbildung drauf.
70 %
40 %95 %
1198 abrechenbare Stunden/Jahr (214 Arbeitstage × 8 h × 70 % Auslastung)
🏥Versicherung & Vorsorge
Krankenversicherung
Beitrag: ~19,5 % deines Gewinns (14,6 % + Ø 1,7 % Zusatz + 3,4 % PV), gedeckelt bei 12.899 €/Jahr (Beitragsbemessungsgrenze).
Altersvorsorge
Empfehlung: mind. 10–15 % des Netto-Einkommens
€/Mo
💼Betriebskosten
Software & Tools
z.B. Adobe CC, Figma, GitHub, Buchhaltung, Office…
€/Mo
Büro / Coworking
0 = Homeoffice. Pauschale Homeoffice-Kosten separat eintragen.
€/Mo
Sonstige Betriebskosten
Steuerberater, Hardware-Rückstellung, Fachliteratur, Weiterbildung…
€/Mo
⚙️Weitere Einstellungen
Rücklagen-Puffer
Für Auftragsflauten, Investitionen, unerwartete Kosten
10 %
0 %30 %
📊Branche für Marktvergleich
Dein Mindest-Stundensatz
81
= 648 € Tagessatz · 95.956 € Jahresumsatz
Empfohlener Ziel-Stundensatz (+20 % Puffer)
98 €/h
Für Verhandlungsspielraum und Skonto-Anfragen
⚠️ Marktvergleich: IT / Software-Entwicklung
Min 85Ø 110Max 155
Unter Marktniveau(dein Mindest: 81 €, Markt-Ø: 110 €)
Kostenaufschlüsselung / Jahr
Gewünschtes Netto (3.500 €/Mo)42.000 €
+ Einkommensteuer (Schätzung)25.133 €
+ Kranken- & Pflegeversicherung12.899 €
+ Altersvorsorge4.800 €
+ Betriebskosten2.400 €
+ Rücklagen (10 %)8.723 €
= Benötigter Jahresumsatz95.956 €
÷ 1198 abrechenbare Stunden = 81 €/h Mindest-Stundensatz
⚠️ Schätzwerte — kein Steuerrecht. Lass dich von einem Steuerberater beraten. Steuern basieren auf vereinfachten Effektivsätzen für Einzelveranlagung ohne Sonderabzüge.

So berechnest du deinen Stundensatz als Freelancer

Der häufigste Fehler von Freelancern: Sie orientieren sich am Marktdurchschnitt oder am ehemaligen Arbeitgebergehalt, ohne zu wissen was sie wirklich brauchen. Wer seinen Mindest-Stundensatz nicht kennt, nimmt Aufträge an die unrentabel sind — und merkt es erst nach Monaten.

Die korrekte Formel lautet:

Mindest-Stundensatz = Jahresumsatz ÷ abrechenbare Stunden

Jahresumsatz = Netto + Steuer + KV + Altersvorsorge + Betriebskosten + Rücklagen
abrechenbare Stunden = Arbeitstage × Stunden/Tag × Auslastung

Die 5 Schritte zur richtigen Kalkulation

1
Wunsch-Nettoeinkommen festlegen
Definiere was du nach allen Abzügen monatlich netto auf dem Konto haben möchtest. Realistisch für Berufseinsteiger in deutschen Ballungszentren: 2.500–3.500 €, erfahrene Freelancer: 4.000–7.000 €. Dieser Betrag ist die Basis — alles andere kommt on top.
2
Verfügbare Arbeitsstunden realistisch zählen
260 Arbeitstage im Jahr minus Urlaub (25 Tage), Feiertage (11 Tage), Krankheitsrückstellung (10 Tage) = 214 Arbeitstage. Bei 8 Stunden/Tag = 1.712 Stunden. Kein Angestellter, kein Krankengeld — jeder freie Tag kostet dich direkt.
3
Auslastung einrechnen — der meistunterschätzte Faktor
Nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar. Akquise (10–15 %), Verwaltung, Buchhaltung, Rechnungsschreibung (5–10 %) und Weiterbildung (5–10 %) kosten Zeit. Realistisch sind 65–75 % Auslastung. Bei 70 % und 1.712 Stunden bleiben 1.198 abrechenbare Stunden/Jahr.
4
Alle Kosten addieren — mehr als die meisten denken
Krankenversicherung (~19,5 % des Einkommens oder PKV-Fixbetrag), Altersvorsorge (10–15 % des Netto empfohlen), Betriebskosten (Software, Hardware, Steuerberater, Weiterbildung), Einkommensteuer (effektiv 22–38 % je nach Einkommen), Rücklagen für Flauten (10 %).
5
Ziel-Stundensatz = Mindest × 1,2
Der Mindest-Stundensatz deckt genau deine Kosten. Der Ziel-Stundensatz liegt 20 % darüber — für Verhandlungsspielraum, Skonto-Anfragen von Kunden, kurzfristige Projektverlängerungen ohne Nachverhandlung und Kalkulationsunsicherheiten.

Stundensatz-Richtwerte nach Branche (Deutschland 2026)

Quelle: Freelancer-Kompass 2025/2026, freelancermap.de. Werte beziehen sich auf Senior-Level mit 3+ Jahren Erfahrung.

BrancheUnteres QuartilDurchschnittOberes Quartil
IT / Software-Entwicklung85 €/h110 €/h155 €/h
Beratung / Unternehmensberatung95 €/h130 €/h200 €/h
Ingenieur / Technik80 €/h105 €/h150 €/h
Marketing / PR / Social Media60 €/h85 €/h130 €/h
Design / UX / Kreativ55 €/h80 €/h125 €/h
Texten / Redaktion / Content45 €/h65 €/h100 €/h
Buchhaltung / Steuer / Recht55 €/h85 €/h130 €/h
Fotografie / Video50 €/h75 €/h120 €/h

GKV oder PKV? Der größte Kostenblock für Freelancer

🏛️ Gesetzliche KV (GKV)
  • ~19,5 % des Einkommens (14,6 % + Ø 1,7 % Zusatz + 3,4 % PV)
  • Beide Anteile (AN + AG) selbst zahlen
  • Beitragsbemessungsgrenze (aktuell): 66.150 €/Jahr
  • Max. KV-Beitrag: ~12.900 €/Jahr
  • Familienversicherung möglich (kostenlos)
  • Krankengeld ab 43. Tag (freiwillig GKV)
Sinnvoll für: Für Einsteiger, Personen mit Familie, unsicheres Einkommen
🏥 Private KV (PKV)
  • Fixer Monatsbeitrag: 300–700 € je nach Tarif/Alter
  • Günstiger bei hohem Einkommen & jungem Alter
  • Bessere Leistungen (Einbettzimmer, Chefarzt)
  • Jede Person in der Familie zahlt eigenen Beitrag
  • Steigende Beiträge im Alter
  • Rückkehr zur GKV schwierig
Sinnvoll für: Für Gutverdiener, Kinderlose, junge Gesunde ohne Familienplanung

Häufige Fragen zum Stundensatz

Was ist ein realistischer Stundensatz für Berufseinsteiger?
Als Berufseinsteiger (0–2 Jahre Erfahrung) liegt der realisierbare Stundensatz typisch 20–30 % unter dem Branchendurchschnitt. In der IT: 65–85 €/h, Design: 45–60 €/h, Texten: 35–50 €/h. Wichtiger als der Marktwert ist der eigene Mindest-Stundensatz — der Rechner oben zeigt dir, ob du unter deinen Kosten arbeitest.
Muss ich als Freiberufler Gewerbesteuer zahlen?
Nein. Freiberufler nach §18 EStG sind gewerbesteuerfrei. Dazu zählen: Ärzte, Anwälte, Architekten, beratende Ingenieure, Programmierer/IT-Freelancer (wenn überwiegend konzeptionell tätig), Designer, Journalisten, Übersetzer. Händler, Handwerker und viele andere sind Gewerbetreibende und zahlen Gewerbesteuer ab 24.500 € Gewinn.
Wie hoch sollte meine Altersvorsorge als Freelancer sein?
Mindestens 10–15 % des Netto-Einkommens monatlich. Bei 3.500 € Netto also 350–525 €/Mo. Freiberufler ohne Versorgungswerk (z.B. Ärzte/Anwälte haben eigenes) sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung — ohne private Vorsorge droht Altersarmut. Optionen: freiwillige DRV, ETF-Sparplan, Rürup-Rente (steuerlich absetzbar).
Wie viel Prozent meiner Arbeit ist wirklich abrechenbar?
Erfahrungswert: 65–75 %. Der Rest verteilt sich auf Akquise neuer Kunden (10–15 %), Buchhaltung und Verwaltung (5–10 %) und Weiterbildung (5 %). Wer 100 % als abrechenbar ansetzt, verschätzt sich massiv und landet mit einem zu niedrigen Stundensatz. 70 % Auslastung ist ein guter, realistischer Startwert.
Kann ich meinen Stundensatz einfach erhöhen?
Ja — und nach dem ersten Jahr sollte man das auch tun. Typische Erhöhungszeitpunkte: nach abgeschlossenem Projekt mit positivem Feedback, bei Projektverlängerungen (3–10 % Aufschlag), nach Qualifikationen oder Zertifizierungen, jährlich mit Inflation (2–5 %). Bestehende Kunden: mindestens 3 Monate vorab ankündigen.
Passende Tools & Ratgeber für Freelancer

Wenn der Stundensatz steht, brauchst du die richtigen Tools für Buchhaltung, Rechnungen und Zeiterfassung.

Software-Finder starten
Quiz: Welche Software passt zu dir?
Buchhaltung für Selbständige
Testsieger für Freiberufler
EÜR-Software im Vergleich
Mit ELSTER-Direktanbindung
Rechnungsprogramm für Freelancer
Kostenlos bis vollwertig

Haftungsausschluss: Der Stundensatz-Rechner liefert Schätzwerte und dient ausschließlich zur Orientierung. Die Steuerberechnung basiert auf vereinfachten Effektivsätzen ohne Berücksichtigung individueller Sonderabzüge (Werbungskosten, Sonderausgaben, Riester etc.). Lass dich für verbindliche Steuerplanungen von einem Steuerberater beraten.

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