ZUGFeRD vs XRechnung 2026
ZUGFeRD 2.3.3 vs XRechnung 3.0.2: Alle Unterschiede, aktuelle Versionen, 4 Entscheidungsszenarien und der häufigste Fehler beim ZUGFeRD-Profil — klar und vollständig erklärt.
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ZUGFeRD 2.3.3
Hybridformat
PDF mit eingebettetem XML
- Menschen sehen normale PDF
- Software liest XML automatisch aus
- Per E-Mail versendbar — kein Portal
- Ideal für B2B-Rechnungen
- = Factur-X in Frankreich/Belgien
XRechnung 3.0.2
Reines XML
Nur strukturierte Daten, kein PDF
- Nur maschinenlesbar (kein PDF)
- Leitweg-ID für Behörden erforderlich
- Einreichen über B2G-Portale (ZRE)
- Pflicht für Bundesbehörden
- Kompaktere Dateigröße
Alle Unterschiede auf einen Blick
| Kriterium | ZUGFeRD 2.3.3 | XRechnung 3.0.2 |
|---|---|---|
| Dateiformat | PDF/A-3 (.pdf) | XML (.xml) |
| Lesbar ohne Software | ✓ Ja (als PDF) | ✗ Nein |
| EN 16931 erfüllt | ✓ Ab v2.0.1 | ✓ Ja |
| B2B-Rechnungen | ✓ Empfohlen | Möglich, unüblich |
| Rechnungen an Behörden | Meist nicht akzeptiert | ✓ Pflicht (B2G) |
| Leitweg-ID nötig | ✗ Nein | ✓ Ja (für B2G) |
| Versand per E-Mail | ✓ Normal per E-Mail | Über B2G-Portal (ZRE) |
| EU-weiter Standard | ✓ = Factur-X (FR/BE) | DE-spezifisch |
| Aktuelle Version | 2.3.3 (Jan. 2026) | 3.0.2 (Nov. 2024) |
| Technische Basis | PDF/A-3 + UN/CEFACT CII | UBL 2.1 oder UN/CEFACT CII |
4 Szenarien: ZUGFeRD oder XRechnung?
B2B-Rechnung an ein Unternehmen
Der Empfänger kann die PDF wie gewohnt öffnen und ablegen — ohne spezielle Software. Gleichzeitig liest sein Buchhaltungssystem die XML-Daten automatisch aus. Maximale Kompatibilität für B2B.
Rechnung an eine Bundesbehörde
Pflicht für alle Bundesbehörden. Leitweg-ID des Empfängers zwingend erforderlich. Einreichen über ZRE (xrechnung.bund.de) oder direkt aus der Software.
Grenzüberschreitend nach Frankreich oder Belgien
ZUGFeRD 2.x ist technisch identisch mit dem französischen/belgischen Standard Factur-X. Damit ist es der de-facto EU-weite Hybridstandard für grenzüberschreitende B2B-E-Rechnungen.
Empfänger unbekannt oder gemischt
ZUGFeRD bietet maximale Kompatibilität: Als PDF ist es für jeden lesbar. Als XML ist es für automatisierte Systeme verarbeitbar. Wenn unklar: ZUGFeRD wählen.
Der häufigste Fehler: Falsches ZUGFeRD-Profil
Viele Tools erstellen BASIC — das ist NICHT EN-16931-konform
Ältere oder schlecht konfigurierte Tools erstellen oft das Profil MINIMUM oder BASIC WL — diese sind NICHT gesetzeskonform für die E-Rechnungspflicht ab 2025. Prüfe welches Profil deine Software erzeugt.
| Profil | EN 16931 | Empfehlung |
|---|---|---|
| MINIMUM | Nicht verwenden — nicht gesetzeskonform ab 2025 | |
| BASIC WL | Nur für Sammelrechnungen — sonst vermeiden | |
| BASIC | Ausreichend für einfache Rechnungen | |
| COMFORT | ✓ Empfohlen für die meisten — beste Kompatibilität | |
| EXTENDED | Nur wenn Empfänger explizit verlangt |
Empfehlung: Profil COMFORT für alle
Stelle deine Software auf Profil COMFORT oder EXTENDED um. Das ist EN-16931-konform, hat die beste Kompatibilität mit ERP-Systemen deiner Kunden und wird von allen modernen deutschen Buchhaltungsprogrammen erstellt.
E-Rechnungspflicht 2025–2028: Was gilt wann?
2025
E-Rechnungen empfangen
Alle Unternehmen im B2B
2027
E-Rechnungen versenden
B2B, Umsatz über 800.000 €
2028
E-Rechnungen versenden
Alle B2B-Unternehmen
Beide Formate erfüllen die Pflicht
Für die E-Rechnungspflicht im B2B sind sowohl ZUGFeRD als auch XRechnung zulässig — solange sie EN 16931 erfüllen (ZUGFeRD ab v2.0.1, XRechnung alle aktuellen Versionen). Nur für Behörden (B2G) ist XRechnung oft explizit vorgeschrieben.
Software die ZUGFeRD und XRechnung kann
Diese Programme unterstützen beide Formate in aktuellen Versionen:
| Software | ZUGFeRD | XRechnung |
|---|---|---|
| Lexware Office | 2.3.3 | 3.0.2 |
| sevdesk | 2.x | ✓ |
| easybill | 2.x | ✓ |
| FastBill | 2.x | ✓ |
| Billomat | 2.x | ✓ |
Häufige Fragen: ZUGFeRD vs XRechnung
Was ist der Unterschied zwischen ZUGFeRD und XRechnung?
ZUGFeRD (aktuell Version 2.3.3 seit Januar 2026) ist ein Hybridformat: Eine PDF-Datei mit eingebettetem XML. Menschen öffnen die PDF normal, Software liest das XML aus. XRechnung (aktuell Version 3.0.2 seit November 2024) ist reines XML — für Menschen nicht direkt lesbar, ideal für automatisierte Prozesse. Beide erfüllen EN 16931 und sind rechtlich gleichwertig.
Welches Format soll ich für B2B-Rechnungen wählen?
ZUGFeRD für Rechnungen an Unternehmen — der Empfänger kann die PDF wie gewohnt öffnen, ohne spezielle Software. XRechnung für Rechnungen an Bundesbehörden und viele Landesbehörden — dort ist XRechnung oft Pflicht (Leitweg-ID erforderlich).
Sind ZUGFeRD und XRechnung rechtlich gleichwertig?
Ja. Beide erfüllen den europäischen Standard EN 16931 vollständig und sind vom deutschen Gesetzgeber als E-Rechnung anerkannt. Für B2B-Rechnungen ab 2025 sind beide zulässig. Für Behörden ist XRechnung meist Pflicht.
Was ist ZUGFeRD 2.3.3 und was hat sich geändert?
ZUGFeRD 2.3.3 ist die aktuelle Version seit dem 15. Januar 2026. Sie bringt kleinere Präzisierungen und Fehlerkorrekturen gegenüber 2.3.x. Wichtiger: ZUGFeRD ab Version 2.0.1 ist EN-16931-konform. Ältere Versionen (1.x) gelten NICHT als E-Rechnung im gesetzlichen Sinn.
Welches ZUGFeRD-Profil soll ich verwenden?
Profil COMFORT für die meisten Anwendungsfälle — EN-16931-konform, beste Kompatibilität. Achtung: Ältere Tools erstellen manchmal das BASIC-Profil, das NICHT EN-16931-konform ist. Prüfe welches Profil deine Software verwendet — und stelle auf COMFORT oder EXTENDED um.
Was ist Factur-X und ist es dasselbe wie ZUGFeRD?
Ja, technisch identisch. Factur-X ist der Name des gleichen Standards in Frankreich und Belgien. ZUGFeRD 2.x und Factur-X sind dasselbe Format — nur mit verschiedenen Namen je nach Land. Das macht ZUGFeRD zum de-facto EU-weiten B2B-E-Rechnungsstandard.
